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Die Ärztin sieht viele mangelhaft ausgerüstete Velofahrer – 350 Höhenmeter durchlüften

Ein intensiver Einsatz als Notärztin am Inselspital Bern. Dann mit dem Zug nach Burgistein – und schliesslich die 350 Höhenmeter mit dem Rennvelo nach Hause in den Grundbach: Nadine Werthmüller ‹lüftet› so ihren Kopf aus. Und diesen schüttelt sie auch oft: «Mehr als die Hälfte der Velofahrenden sind nicht genügend ausgerüstet!»





Am liebsten fuhr die fünfjährige Nadine damals mit ihrem Kindervelo freihändig ums Haus: «Heute sitzen meine Kinder schon mit zwei Jahren auf dem Velo.» Dies sei für die Kleinen sehr wertvoll, fördere die Balance, die Koordination, die Konzentrationsfähigkeit und das Selbstvertrauen.


Ihr Merida-Rennrad wird im Sommer täglich benutzt – auch bei schlechtem Wetter: «Die Strecke Grundbach – Burgistein Bahnhof gehört zu meinem Arbeitsweg.» Nadine hat Medizin studiert und arbeitet mittlerweile am Inselspital Bern in der Notaufnahme: «Zum fordernden Schichtbetrieb ist die Velofahrt ein wertvoller Ausgleich.»



Teures Velo, schlechte Ausrüstung


Was sie auf der Strasse sieht, gibt ihr oft zu denken: «Gefühlt sind mehr als die Hälfte der Velofahrer nicht genügend ausgerüstet; das Rad mag wohl sehr gut sein, aber betreffend Kopfschutz, Beleuchtung oder Bekleidung sind viele fahrlässig – oder gar leichtsinnig. Auch das Verhalten im Strassenverkehr ist nicht immer angepasst.» Nicht selten landen dann solche Velofahrer per Blaulicht an ihrer Notfallpforte…


Zum Saisonstart gibt die Ärztin folgende Tipps mit auf die ersten Ausfahrten: «Kontrolliere dein Fahrrad auf Mängel vor der ersten Tour. Beginne langsam und gemütlich, steigere dann stufenweise – und trinke immer genügend!»


Auch bei Nadine heisst es: «Hadorns sind nicht nur ein Velogeschäft, sondern eine Familie, zu der eine Freundschaft aufgebaut wurde.» Und dann ist die Familie Werthmüller/Roth auch froh, dass noch Gartengeräte angeboten werden: «Da gibt’s perfektes Werkzeug für unsere Arbeiten rund ums Haus…»


«Kluge Köpfe fahren Rad – und schützen sich!»

Quellen: BFU, SUVA

  • Am häufigsten setzen Velofahrerinnen und Velofahrer einen Helm bei Fahrten in ihrer Freizeit auf: 62 %. Bei Fahrten für Einkäufe sind es mit 32 % nur noch rund halb so viele.

  • Bei den schnellen E-Bikes (Unterstützung bis 45 km/h), bei denen der Helm obligatorisch ist, ist die Quote mit 93 % deutlich höher. Seit April 2021 müssen diese zudem mit Tagfahrlicht, ab April 2024 dann auch mit Tachometer ausgestattet sein.

  • Insgesamt sehen wir in der Schweiz eine steigende Helmtragquote. Sowohl auf dem Velo als auch auf dem E-­Bike besteht noch Steigerungspotenzial. Denn Velofahrerinnen und E-Biker sind im Strassenverkehr besonders verletzlich. Um deren Sicherheit zu erhöhen, braucht es zudem eine sichere Veloinfrastruktur. 

  • In der Gruppe der 15 bis 29-jährigen liegt die Helmtragquote deutlich unterdurchschnittlich bei 42 %.

  • Aus den rund 24 000 Velounfällen pro Jahr in der Schweiz ergeben sich rund 1300 Schädelverletzungen: Der Helm halbiert das Risiko einer Kopfverletzung bei einem Unfall.

  • 2021 wurde erhoben, ob Velo- und E-Bike-Fahrende mit Licht am Tag oder einer Leuchtweste unterwegs sind: Bei 5 % der Velos, 16 % der langsamen und 49 % der schnellen E-Bikes war das Licht vorne eingeschaltet. Eine Leuchtweste konnte bei 2 % der Velofahrenden beobachtet werden. Bei langsamen E-Bikes waren es 5 %, bei schnellen 15 %. Einen Helm in einer leuchtenden Farbe trugen 2 % der Velofahrenden. Bei den langsamen und schnellen E-Bikes 5 % bzw. 8 %.

  • Ein wichtiger Punkt zum Schluss: 83 % der Velounfälle sind Selbstunfälle wegen Unachtsamkeit oder Missachtung der Verkehrsregeln: es lohnt sich, aufmerksam zu bleiben!

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